Chronik

Erste Schritte

2010

Die neue Stadtregierung vereinbart auf Betreiben der Grünen im Koalitionsabkommen die Evaluierung eines Gründach-Projektes auf dem Dach der WIPARK Garage Windmühlgasse 22-24.

2012

Wir gründen den Verein Operation Grüner Daumen und fragen beim Garagenbetreiber WIPARK an, ob man das Dach zu einem Garten umgestalten könnte.
Geschäftsführer Böhm gefällt die Idee. Die zuständige Fachabteilung sieht aber technische Schwierigkeiten und die Miteigentümerin hat kein Interesse an dem Projekt.

Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft

2013

Wir nehmen Kontakt mit Susanne Jerusalem, der stellvertretenden Bezirksvorsteherin in Mariahilf auf, weil wir von der Vereinbarung im Koalitionsabkommen erfahren haben.
Eine fruchtbare Zusammenarbeit beginnt.
Während wir an einem 3D-Modell des Projektes arbeiten, sprechen die Grünen noch mehrmals mit der WIPARK und Rüdiger Maresch holt eine Unterstützungserklärung durch Umweltstadträtin Ulli Sima ein.
Bei der Garage ändern sich im November die Besitzverhältnisse, was die Situation für das Projekt erleichtert.
Die WIPARK kann nun alleine über die Nutzung des Garagendachs entscheiden.
Der erste Onlineartikel über unsere Bemühungen erscheint.

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Sommer 2013: Die Schotterwüste am Garagendach soll einem neuen Lebensraum weichen.

Konsens zur Projekt-Evaluierung

2014

Die Abstimmung über die Mariahilfer Straße fesselt die Aufmerksamkeit der Politik.
Im Mai kommt es dann zur Klärung der Voraussetzungen für eine Projektunterstützung durch die Stadt Wien.
Umweltstadträtin Ulli Sima wünscht sich neben einem Nachbarschaftsgarten auch ein Konzept für Aktivitäten mit Öffentlichkeitscharakter auf dem Dach.
Wir verpflichten uns zu regelmäßigen Tagen der offenen Tür zu und dem Betrieb einer ökosozialen Bildungswerkstatt am Dach zu.
Durch die Unterstützung der Umweltstadträtin wird es auch bei der WIPARK einfacher.
Für die Garagenbetreiber ist es notwendig einen Vertragspartner für die Nutzung zu haben. Bei einem Termin im August übernimmt auch diese Rolle im Projekt der Verein Operation Grüner Daumen.
Im September erhält die WIPARK einen LOI (Absichtserklärung) vom Grünen Daumen.
Im Gegenzug bekommen wir im Oktober eine Vollmacht für den Zutritt auf das Dach und die Einsicht in alle Planunterlagen, die zur technischen Evaluierung des Projektes notwendig sind.
Jetzt können die statischen Berechnungen für das Nutzungskonzept beginnen.

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November 2014: Die Machbarkeitsprüfung einer Nutzung des Daches als Nachbarschaftsgarten und ökologische Bildungswerkstatt beginnt.

Jänner 2015

Die Ziviltechnik GmbH basis-ZT erstellt ein statisches Gutachten.
Nun kennen wir auch die architektonischen Bedingungen unter denen das Projekt möglich ist.
Wird die Nutzung auf statisch gut unterstützte Gebäudeteile beschränkt, sind keine aufwändigen Umbauten zur Erhöhung der Belastbarkeit des Daches notwendig.

Februar 2015

In Gesprächen mit der Stadtregierung und der WIPARK fällt die Entscheidung, dass nicht nur der laufende Betrieb des Projektes sondern auch die notwendigen Umbauten durch den Grünen Daumen umgesetzt werden sollen.

März 2015

Mit dem Team Tina Wintersteiger (Architektin) und Peter Kneidinger (Bauingenieur) finden wir kompetente PartnerInnen für das Projekt.
BIORAMA wird auf das Projekt aufmerksam.

April 2015

Wir verhandeln die Vertragsbedingungen für die Nutzung des Daches mit der WIPARK.
Am 27. April liegt ein Vertragsentwurf vor, der noch rechtlich geprüft wird.
Unsere Liste an Interessentinnen füllt sich immer mehr.

Mai 2015

Tina Wintersteiger und Peter Kneidinger erarbeiten ein äußerst kreatives Nutzungskonzept.
Die statisch idealen Stellen des Daches werden für Beete und Wege vorgesehen.
Die restlichen Flächen bleiben unangetastet, was eine optimale Ableitung des Gewichtes erlaubt.
Ultraleichte Beete aus Stahldraht, Stoffen und Weidenruten reduzieren das Eigengewicht der Beete und erlauben größere Substratmengen.
Pergolen aus dünnem Baustahl und leichten Rohren ermöglichen beschattete Bereiche und geschützten Anbau.
Damit ist der Nachweis erbracht: das Projekt kann technisch umgesetzt werden.

Rechtliche Grundlagen

Juni 2015

Das Büro von Umweltstadträtin Sima trifft die Entscheidung, dass die konkrete Unterstützung des Projektes über Materialien der Wiener Stadtgärten erfolgen soll.
Die Suche nach geeigneten Lieferanten für die benötigten Komponenten beginnt.

Juli 2015

Am 1. Juli 2015 unterzeichnet der Grüne Daumen die Benützungsübereinkunft der WIPARK.
Anlässlich des Planungsworkshops am 4. Juli 2015 dürfen die InteressentInnen zum ersten Mal auf das Dach. Als Symbol für die Projektteilnahme pflanzen sie Paradeiser in Stofftöpfe.
Die ersten TeilnehmerInnen zeichnen die Nutzungsvereinbarung.
Rainer Weisgram, Direktor der Wiener Stadtgärten kommt zu einer Begehung des Daches und zur Besprechung des Kooperationskonzeptes.
Angebote für Zutrittssystem und Wasserzuleitung werden eingeholt und die Lieferanten dafür ausgewählt.

August 2015

Die Wiener Stadtgärten übermitteln einen Vorschlag für den Kooperationsvertrag und steigen damit als Unterstützer des Projekts ein.
Fr. Paukovits vom Büro der Umweltstadträtin besucht das Dach, um den Termin für den offiziellen Spatenstich der Stadt zu planen.

Projektstart mit Öffentlichkeitswirkung

September 2015

Der Vertrag mit den Wiener Stadtgärten ist unter Dach und Fach.
Dem Projekt werden während seiner Laufzeit Materialien zu Verfügung gestellt.
Am 15. September 2015 überweist der Grüne Daumen 20% der Kaution, damit der geplante offizielle Spatenstich am 16.9.2015 mit Einverständnis der WIPARK stattfinden kann.
Politiker der Koalitionsregierung und der Bezirksvertretung wie Ulli Sima (Umweltstadträtin, SPÖ), Rüdiger Maresch (Umweltsprecher, die Grünen), Susanne Jerusalem (Bezirksvorsteher Stv. Mariahilf, die Grünen), Markus Rummelhart (Bezirksvorsteher, SPÖ) und einige andere nehmen an der Pressekonferenz teil.
Die Stadt Wien berichtet Online über den größten Dach-Gemeinschaftsgarten Europas.
Was uns genauso wichtig ist: Die ersten Paradeiser vom Planungsworkshop sind reif.

Oktober 2015

Die Vorlaufkosten zur Evaluierung des Projektes werden refundiert und wir überweisen die restliche Kaution an die WIPARK. Damit wird die Benützungsübereinkunft des Daches gültig.
Wir erhalten eine Bestätigung der Wiener Stadtgärten, dass wir die Bestellung der im Projekt benötigten Materialien in ihrem Namen durchführen.
Damit ist nun die vertragliche Grundlage für die Gestaltung des Daches geschaffen.
Parallel dazu arbeiten Tina Wintersteiger und Peter Kneidinger an den Plänen für die Baupolizei und der Auswahl der geeigneten Lieferanten.

Vorbereitung der Dachgestaltung

November 2015

Das Zutrittssystem zum Dach wird installiert.
Während die MA 37 (Baupolizei) noch über unseren Plänen brütet, treffen wir Vorbereitungen für die erste Gestaltungsphase. Wege werden vermessen und markiert. Dort muss der Schotter vom Dach entfernt werden.
Die ersten Materialien wie das Holz für die Wege, die auf Maß gebogenen Baustahlmatten für die Hochbeete,  Schrauben, Schellen und eine große Menge Komposterde treffen ein und werden bis zum Baubeginn zwischengelagert.

Dezember 2015

Jetzt sind die Pläne so, dass alle Menschen, die etwas zu unserem Projekt zu sagen haben, zufrieden sind.
Weitere Materialien wie z.B. Stahlrohre für die Geländer und Pergolen werden zugestellt.

Jänner 2016

Die Baubehörde (MA37) bestätigt per Baubescheid dass unser Vorhaben „nach den bestehenden Rechtsvorschriften zulässig ist“.
Das Dach der Garage wird somit auf Terrasse umgewidmet.
Bis jetzt haben die Teilnehmerinnen im Rahmen der Bauvorbereitung ca. 30 Tonnen Material bewegt.

Umsetzung

Februar 2016

Die Bauvorbereitungen gehen mit der offiziellen Baubeginnsanzeige in die Bauarbeiten des ersten Abschnitts über.
Mit sehr viel persönlichem Einsatz der Teilnehmerinnen werden unter Anleitung des Umsetzungsteams Geländer, Beete und Wege errichtet und die erste mit Folie überdachte Pergola aufgestellt, um die Anzucht von Jungpflanzen zu ermöglichen.

März 2016

Der erste von fünf geplanten Bauabschnitten wird fertig. Wir nutzen die Chance, das Projekt mehr Interessierten nahezubringen und organisieren die ersten Tage der offenen Tür.